Foto: Thema Barrierefrei - Fussgaenger und Blindenampel

Dossier

Teilhabe 4.0

 

Zwei Kampagnen – „Unerhört“ (Diakonie) und „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“ (Caritas) – starteten im Januar 2018. Beide rufen auf, die Gesellschaft gerechter zu machen und ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Gleichzeitig begann die zweite Reformstufe des Bundesteilhabegesetzes. Es gibt weitere Impulse, Menschen mit Behinderungen zu ermöglichen, Leben und Alltag in die eigene Hand zu nehmen.

Die Berater des Senior Consulting Service Diakonie helfen Gemeinden und Sozialwirtschaft, die Novelle des Sozialgesetzbuches kreativ und praktisch umzusetzen.

"Demokratie braucht Inklusion", sagt Jürgen Dusel, der Bundesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung. Denn Teilhabe geht nicht nur einige, sondern alle an.

Sie steht offen, bezieht ein und schließt nicht aus. Vermittelt Vielfalt, schafft Miteinander und entschärft Konflikte. Überbrückt Handicaps und stellt sich sozialer Not. Fördert Nachbarschaft durch ausgewogenes Geben und Nehmen, Engagement und Dialog, Mitwirkung und Mitbestimmung. Teilhabe ist anspruchsvoll im Quartier, wie es Kommunalpolitik schon immer war.

Quartiersmanagement


Bundesteilhabegesetz

Reform verfehlt Ziel

Es herrscht Unsicherheit. Menschen mit hohem Hilfebedarf, die heute in stationären Wohneinrichtungen leben, wissen ebenso wenig wie ihre Angehörigen, was sich letztlich für sie ändern wird. Denn sie hören nur von Übergangsregelungen.

Weder den Anbietern sozialer Dienste noch den finanziellen Leistungsträgern (Rathäusern und Sozialversicherungen) dürfte es gelingen, dass Gesetz zeit- und fachgerecht einzuführen. In der Praxis erweisen sich Paragraphen als widersprüchlich und nur schleppend umsetzbar.

Das Bundesteilhabegesetz droht, gute Absichten unter Defiziten zu verschütten. Ab Januar 2020 tritt die dritte Reformstufe in Kraft. Doch eine Gesetzesnovelle  erscheint bereits unumgänglich.

Hören wir bis dahin den Menschen mit Behinderungen genau zu und bleiben aufmerksam!

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Lobetal Straße


Pflegende Jugendliche

Ehrenleute im Quartier

Kinder und Jugendliche kümmern sich um jüngere Geschwister, helfen kranken oder älteren Familienmitgliedern, sorgen für suchtabhängige oder psychisch belastete Eltern. Sie übernehmen Aufgaben, die sie fordern, zuweilen überfordern.

Wir reden viel von Inklusion, streiten über Teilhabe im Stadtquartier und im ländlichen Raum. Gewiss, Barrieren zu senken und kleinteilige Angebote in der Nachbarschaft anzubieten, hat sich professionelle Gemeinwesenarbeit zur Aufgabe gemacht. Doch ohne die Kraft der Familie wäre das Konzept wohnortnaher sozialer Dienste nur Stückwerk.

Niemand kann mehr geben, als er hat. Das heißt zu trainieren, zur rechten Zeit eine Pausentaste zu drücken.

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Junge Leute Stadt


Un-Ruhestand

Potenziale der Älteren

Belegschaften in Deutschland altern. Mit den Babyboomern, die ab 2020 in Rente gehen, scheidet ein Drittel der Mitarbeitenden aus. Selbst wenn es gelingt, junge Zuwanderer in soziale Berufe zu integrieren, liegt darin eine große Herausforderung für Pflegeheime und Tageseinrichtungen.

Es ist höchste Zeit, sich der Frage zu stellen, wie es gelingen kann, ältere Mitarbeitende gesund und motiviert im Arbeitsprozess zu halten. Studien zeigen: Wenn Unternehmen Älteren keine Innovation mehr zutrauen, trauen die sich das auch selbst nicht zu.

Es kommt darauf an, diese Haltung zu drehen. Dabei haben Kirche und Diakonie als große Arbeitgeberinnen viele Möglichkeiten, ihren Mitarbeitenden neue Chancen zu eröffnen.

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Bike Cafe


Fachtag Teilhabe

Im Quartier wie im Betrieb

Lang sei der sozialpädagogische Weg von der Anstalt bis ins Quartier gewesen. Daran erinnerte Bert Renzenbrink, der Vorsitzende des Senior Consulting Service Diakonie, die 31 Teilnehmer*innen des SCSD-Fachtages „Teilhabe für alle“.

Sie diskutierten am 30. Oktober 2018 im Evangelischen Kirchenforum an der Parochialkirche Berlin-Mitte „Innovationen im Quartier“ und „Verantwortung im Sozialbetrieb“.

Noch vor 50 Jahren lebten allein im Westen Deutschlands 900.000 Menschen mit psychischer Behinderung „intramural“ in großen Einrichtungen. „Extramural“ gab es nur wenige Angebote. Erst als in den 80zigern der Wandel zur gemeindenahen Versorgung einsetzte, die kleinere Einheiten verlangte, wurden Häuser saniert und Bettenzahlen reduziert.

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Haus der Statistik Treffen


Bundesteilhabegesetz

Nachbarschaftlich Wohnen

Das Bundesteilhabegesetz unterstützt behinderte und pflegebedürftige Menschen darin, ihr Wohnen selbst zu bestimmen und zu gestalten, etwa unter sozialen Diensten frei auszuwählen.

Wohnraum jedoch ist vielerorts knapp - erst recht, so er barrierefrei und bezahlbar sein soll. Selbst wenn Appartements geeignet sind, helfen sie noch nicht gegen Einsamkeit. Für nachbarschaftliche Wohnformen gibt es reichlich Ideen und viele praktische Beispiele, bereits bekannt als Mehrgenerationenhäuser, WGs aller Art und Baugenossenschaften.

Anstöße für barrierefreies, für soziales, für betreutes Wohnen kommen aus lokaler Diakonie ebenso wie aus Kirchengemeinden - und finden dort ihren Rückhalt.

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Haus der Statistik Plakat


Bundesteilhabegesetz

Inklusiv Arbeiten

Selbstverantwortung, Selbstbewusstsein, Selbstbestimmung – das möchte „Peer Counseling“ erreichen. Menschen mit Behinderung beraten Menschen mit Behinderung, unabhängig von Dienstleistern der Rehabilitation.

Nach diesem Prinzip will das Bundesteilhabegesetz ein Netzwerk schaffen, finanziell gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Zum Start wurde im Dezember 2017 eine koordinierende Fachstelle Teilhabeberatung (FTB) eingerichtet.

Für jeden von uns ist es sinnvoll, Erfahrungen auszutauschen und bewusst Perspektiven zu wechseln. Fremden Menschen zuzuhören, sie durch Stadtviertel oder Landgemeinden zu begleiten, ihre recht unterschiedlichen sozialen Biographien nachzuvollziehen, hilft „Barrieren“ zu entdecken, die den Alltag und ein ganzes Leben erschweren. Gelingt dies, profitieren davon alle Bewohner.

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St. Florian Neuzelle


Machbarkeitsstudie

Projektierung – Finanzierung - Realisierung

Unser "Institut für Nachhaltigkeit, Leben und Wohnen" hat einen Leitfaden zur Projektplanung erarbeitet.

Er steht für einen ersten Schritt, bietet Gliederung und Ablaufplanung im Rahmen einer „Machbarkeitsstudie“, beginnend bei Inhalt und Zweck der Projektidee über Anforderungen an Grundstücke, Gebäude und Betrieb über Finanzierung bis hin zur Klärung der Gemeinnützigkeit.

Nach diesem Leitfaden entwickelt und betreut das Institut Projekte. Es vermittelt zudem wissenschaftliche Begleitforschung.

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Kamera Johannes Kirche