Unsere Themen

 

Bundesteilhabegesetz

Reform verfehlt Ziel

Es herrscht Unsicherheit. Menschen mit hohem Hilfebedarf, die heute in stationären Wohneinrichtungen leben, wissen ebenso wenig wie ihre Angehörigen, was sich letztlich für sie ändern wird. Denn sie hören nur von Übergangsregelungen.

Weder den Anbietern sozialer Dienste noch den finanziellen Leistungsträgern (Rathäusern und Sozialversicherungen) dürfte es gelingen, dass Gesetz zeit- und fachgerecht einzuführen. In der Praxis erweisen sich Paragraphen als widersprüchlich und nur schleppend umsetzbar.

Das Bundesteilhabegesetz droht, gute Absichten unter Defiziten zu verschütten. Ab Januar 2020 tritt die dritte Reformstufe in Kraft. Doch eine Gesetzesnovelle  erscheint bereits unumgänglich.

Hören wir bis dahin den Menschen mit Behinderungen genau zu und bleiben aufmerksam!

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Un-Ruhestand

Potenziale der Älteren

Belegschaften in Deutschland altern. Mit den Babyboomern, die ab 2020 in Rente gehen, scheidet ein Drittel der Mitarbeitenden aus. Selbst wenn es gelingt, junge Zuwanderer in soziale Berufe zu integrieren, liegt darin eine große Herausforderung für Pflegeheime und Tageseinrichtungen.

Es ist höchste Zeit, sich der Frage zu stellen, wie es gelingen kann, ältere Mitarbeitende gesund und motiviert im Arbeitsprozess zu halten. Studien zeigen: Wenn Unternehmen Älteren keine Innovation mehr zutrauen, trauen die sich das auch selbst nicht zu.

Es kommt darauf an, diese Haltung zu drehen. Dabei haben Kirche und Diakonie als große Arbeitgeberinnen viele Möglichkeiten, ihren Mitarbeitenden neue Chancen zu eröffnen.

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Gärtner Stettin


Kirche im Umbruch

Drei Empfehlungen

Im Mai 2019 wurde die Studie „Kirche im Umbruch, zwischen demografischem Wandel und nachlassender Kirchenverbundenheit“ des Forschungszentrums Generationenverträge der Universität Freiburg veröffentlicht.

Dessen „Projektion 2060“ bringt es jetzt auf den Punkt: die Evangelische Kirche hat im Jahr 2060 nur noch 10,5 Millionen Mitglieder und die Kaufkraft der Kirchensteuer wird um 50% abnehmen. Soweit war das Ergebnis erwartbar. Die Demografie kann man eben nicht (mehr) beeinflussen. Ein „Wachsen gegen den Trend“ ist nicht möglich.

Aber die Studie widerspricht schicksalhafter Ergebenheit. Der größere Teil des Rückgangs ist nämlich sehr wohl zu beeinflussen. Deshalb geht es heute und morgen darum, die Weichen dafür zu stellen.

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Schild Dorfende


Pflegende Jugendliche

Ehrenleute im Quartier

Kinder und Jugendliche kümmern sich um jüngere Geschwister, helfen kranken oder älteren Familienmitgliedern, sorgen für suchtabhängige oder psychisch belastete Eltern. Sie übernehmen Aufgaben, die sie fordern, zuweilen überfordern.

Wir reden viel von Inklusion, streiten über Teilhabe im Stadtquartier und im ländlichen Raum. Gewiss, Barrieren zu senken und kleinteilige Angebote in der Nachbarschaft anzubieten, hat sich professionelle Gemeinwesenarbeit zur Aufgabe gemacht. Doch ohne die Kraft der Familie wäre das Konzept wohnortnaher sozialer Dienste nur Stückwerk.

Niemand kann mehr geben, als er hat. Das heißt zu trainieren, zur rechten Zeit eine Pausentaste zu drücken.

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Fachtag Teilhabe

Im Quartier wie im Betrieb

Lang sei der sozialpädagogische Weg von der Anstalt bis ins Quartier gewesen. Daran erinnerte Bert Renzenbrink, der Vorsitzende des Senior Consulting Service Diakonie, die 31 Teilnehmer*innen des SCSD-Fachtages „Teilhabe für alle“.

Sie diskutierten am 30. Oktober 2018 im Evangelischen Kirchenforum an der Parochialkirche Berlin-Mitte „Innovationen im Quartier“ und „Verantwortung im Sozialbetrieb“.

Noch vor 50 Jahren lebten allein im Westen Deutschlands 900.000 Menschen mit psychischer Behinderung „intramural“ in großen Einrichtungen. „Extramural“ gab es nur wenige Angebote. Erst als in den 80zigern der Wandel zur gemeindenahen Versorgung einsetzte, die kleinere Einheiten verlangte, wurden Häuser saniert und Bettenzahlen reduziert.

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Oma


Mediation

Unwürdige Konflikte

Wir haben wunderbare Leitbilder, welche die Würde jedes einzelnen in den Mittelpunkt rücken. Wir wissen jedoch, dass Mitarbeit im Rahmen der Diakonie und der Kirche nicht von vorneherein bedeutet, in eine konfliktfreie Umgebung zu gelangen.

Harte Konflikte beschreibt schon das Neue Testament.

Die Art und Weise, wie wir mit Konflikten umgehen, sind der Stresstest für die christliche Kultur eines Unternehmens oder einer Unternehmung. Es gibt gute und bewährte Methoden, die dafür eingesetzt werden können.

Eine davon ist die Mediation, die gemeinsame Suche nach einer Lösung in einem Konflikt durch die Beteiligung einer unabhängigen Person.

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Plakat Buchhandlung


Kapitalanlage

Ökologischer Imperativ

Der Investmentprozess der ethisch-nachhaltigen Geldanlage basiert auf dem Leitfaden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Er sieht in der ersten Stufe einen strukturierten Auswahlprozess nach den Kriterien Sicherheit, Liquidität und Rendite vor.

In einer zweiten werden mit Hilfe eines Filterverfahrens die ethisch nachhaltigen Aspekte sukzessive in den Investmentprozess integriert.

Dieses Filtern wendet einheitlich festgelegte Ausschlusskriterien für Investments in Staaten, Gebietskörperschaften und Unternehmen an, um danach im Rahmen eines sog. Best-In-Class-Ansatzes unter Anwendung ethischer, sozialer, governancerelevanter sowie ökologischer Positivkriterien die besonders ethisch und nachhaltigen Staaten, Unternehmen und deren Produkte für die Anlage zu identifizieren.  

So treibt der ökologische Imperativ den Erfolg kohlenstofffreien Wirtschaftens – und fordert den kirchlichen Investor zum verantwortlichen Handeln auf:

Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden (Hans Jonas).

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Umweltmanagement Kirche


Strategieentwicklung

Warum? Wohin?

Strategieentwicklung ist ein wesentlicher Baustein von Führungsverantwortung. Sie bestimmt die gemeinsame Ausrichtung, die Kultur der Gemeinschaft, den Einsatz der Ressourcen und die Auswahl der richtigen Menschen für diesen Weg.

Führen und Leiten hat mehrere Perspektiven: Es geht um die individuelle und persönliche Frage nach ständiger Selbstreflexion und achtsamer Selbstsorge.

Es geht darum die Kompetenzen und die Gaben der Mitarbeitenden zu entdecken, zu ermutigen, zu fördern, zu begleiten. Und schließlich geht es um gute Rahmenbedingungen.

Solche Führung ist dienende Führung. Sie ist niemals Selbstzweck.

Der Weg in die Zukunft kann nur Schritt für Schritt gegangen werden. Gut geplante und transparent gemachte Prozesse und Projekte mit Meilensteinen zum Innehalten verringern Ängste und Unsicherheit. Erprobte Analyse- und Management-Methoden sorgen dafür, dass Mitarbeitende sich an der Gestaltung der Zukunft beteiligen.

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Haus der Statistik Werkstatt


Qualitätsmanagement

QM im Ehrenamt

Eigentlich eine gute Idee: Jedes Unternehmen, jede Institution, jeder Verein wünscht sich zufriedene Kunden. Daher müssen Fehler eines Produkts oder einer Dienstleistung auf den Ursprung zurückverfolgt werden können. Und es braucht eine Strategie, um Mängel zuverlässig zu verhindern.

Ein QM-System kennzeichnet Waren eindeutig und dokumentiert den Prozess ihrer Herstellung. Dokumente werden aufbewahrt und dafür zuständige Mitarbeiter*innen benannt. Außerdem erhält der Kunde für seine Beschwerde einen Ansprechpartner.

Dienstleistungen sind schwerer zu fassen als technische Abläufe. Zertifizierungen zudem aufwendig und teuer. Und doch setzen Zuwendungsgeber selbst bei Vereinen ein QM voraus.

Für ein Ehrenamt, das qualifiziert sein will, lohnt sich diese Selbstkontrolle durchaus - so man dafür eine angepasste Form wählt.

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Führung

Mut zur Persönlichkeit

Zu gegeben, es ist ein angestaubter Kalauer. Wer meint, ein Abteilungsleiter leite eine Abteilung, der glaubt auch, ein Zitronenfalter falte Zitronen. Egal! Denn der Witz dieses Vergleiches liegt nicht nur an einer Prise Bosheit, sondern ebenso am Körnchen Wahrheit.

Mutiges Controlling interessiert sich dafür, ob ein Betrieb trotz oder wegen seiner Führung funktioniert. Es misst Vorgaben am Ergebnis, um Leistung und Verhalten zu analysieren, ohne sich vom Status einer Person blenden zu lassen.

Was ein einzelner unter vielen Menschen auf der Mikro- wie der Makroebene bewirkt, erklärt die betriebswirtschaftliche Entscheidungs- und Verhaltenslehre theoretisch wie empirisch. Und verblüfft mit der Erkenntnis: will ein Chef unbedingt stets richtig liegen, wird er seine Anweisungen wohl nachträglich im Lichte der realen Folgen frisieren müssen.

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Management


Zweckbetrieb

Allein zu Haus

Diakonische oder kirchliche Betriebe sind häufig oder sogar in aller Regel Zweckbetriebe. Das heißt, diese Betriebe bewegen sich seit ihrer Gründung im Rahmen der Gemeinnützigkeit, mussten in der Vergangenheit keine Gewinne erzielen, wurden von dem jeweiligen Träger bezuschusst und brauchten sich um Werbung und Kundenbindung kaum oder gar nicht zu kümmern.

Ungefähr um das Jahr 2004 stellten die Kirchen in Deutschland fest, dass die Zeit der vollen Kassen in naher Zukunft vorbei sein würde. Gleiches gilt für die Diakonie.

Die Folge war, dass Zweckbetriebe von ihren Trägern auf den Prüfstand gestellt worden sind und ihnen auferlegt wurde, sich wie Wirtschaftsbetriebe aufzustellen, also mit geringeren oder gar keinen Zuwendungen auskommen zu können.

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Diakonie


Kommunikation und Transparenz

Leistung unter Beweis

Transparenz entsteht, wo ausreichend Information es ermöglicht, ein Geschehen, ein Verhalten, eine Entscheidung nachzuvollziehen. Am wirkungsvollsten wird sie am Blickwinkel des Außenstehenden, des Laien, des Nicht-Insiders oder der Öffentlichkeit gemessen.

Es hängt an der Kommunikation, wie Informationen ausgetauscht werden: schnell oder langsam, kurz oder lang, allgemein verständlich oder verschlüsselt, einseitig oder interaktiv. Mehr noch, Kommunikation und Transparenz beeinflussen das zwischenmenschliche Klima im Betrieb, auf Märkten, in der Gesellschaft und so auch Politik, Demokratie und Rechtsfrieden.

Nicht die Menge an Information entscheidet, ob Kommunikation kooperativ oder destruktiv, transparent oder nebulös wirkt. Vielmehr wird ihre Qualität durch Haltung, Methode und Inhalt bestimmt.

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Wirtschaftlichkeit

Ein Prinzip verlangt Konzept

Es hat sich als eherner Grundsatz durchgesetzt, dass ein Unternehmen wirtschaftlich zu führen ist. Findet er sich doch in jeder Satzung, nicht selten verbunden mit dem Gebot sparsamer Haushaltsführung.

Mit Preisen und Mengen zu rechnen, Erlöse an Kosten zu messen sowie darüber Kennziffern zu bilden, halten zumindest Betriebswirte für aussagekräftig. Ebenso sinnvoll ist es, Produkte, Dienste und Investitionen zu vergleichen – mit einer realen oder fiktiven Alternative.

Beim Erfolg geht es nicht ohne Gewinn, aber nicht nur um ihn. Mithin steht kaufmännisches Denken einem gemeinnützigen, einem sozialen Anliegen nicht entgegen. Wäre es doch ein recht dürftiger „Zweck“, nicht hinterfragt jedwede Kosten decken oder an Dritte weitergeben zu wollen. „Kostendeckung“ ist wie „Gewinn“ per se noch kein Argument!

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Kita


Innovation = Erneuerung

Leisten Sie sich ein "LAB"

Der Begriff „Innovation“ wird gern gebraucht, vielleicht allzu häufig. Das verleitet, etwas unbescheiden in rascher Folge enorme Entwicklungssprünge anzukündigen, die tatsächlich nur selten eintreten.

Besser als das populäre Fremdwort aus dem Lateinischen drückt daher seine Übersetzung ins Deutsche aus, dass „Erneuerung“ einen Prozess voraussetzt. Mag eine Erfindung, eine Erkenntnis für sich gesehen einzigartig sein, innovativ wirkt sie erst, so sie Herkömmliches grundlegend und weitreichend verändert hat.

Digitaler Wandel, so erinnern uns Informatiker, nährt sich aus einer Forschung, die aus den 60ziger Jahren stammt. Bahnbrechend wurde sie, weil sie zu immer neuen Anwendungen führte und in alle Lebensbereiche einzog. Den Fortschritt treibt also ein sich vergrößerndes Netz guter Einfälle, die ihrerseits allerdings nur bedingt neu sein müssen und per se keine epochemachende Innovation auslösen.

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Marketing

Erfolg messen aber wie

Ob kirchlicher Kindergarten oder evangelische Schule, diakonisches Pflegeheim oder christliches Hotel: Keine Einrichtung des diakonischen Spektrums kommt ohne Werbung aus.

Das Problem dabei hat schon Henry Ford mit seinem berühmt gewordenen Satz auf den Punkt gebracht: „Fünfzig Prozent bei der Werbung sind immer rausgeworfen. Man weiß aber nicht, welche Hälfte das ist."

Leider gibt es dafür nicht die eine Stellschraube. Aber es gibt einen Weg, dem Ziel näher zu kommen: die konsequente, systematische Nutzung aller Bausteine, die das Marketing bietet. Es geht nicht um ein einfaches Patentrezept, sondern um eine Prozesskette, die Kommunikationskosten auswertbar, Werbeaktivitäten vergleichbar und die richtigen Marketingentscheidungen wahrscheinlicher macht.

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Bundesteilhabegesetz

Nachbarschaftlich wohnen

Das Bundesteilhabegesetz unterstützt behinderte und pflegebedürftige Menschen darin, ihr Wohnen selbst zu bestimmen und zu gestalten, etwa unter sozialen Diensten frei auszuwählen.

Wohnraum jedoch ist vielerorts knapp - erst recht, so er barrierefrei und bezahlbar sein soll. Selbst wenn Appartements geeignet sind, helfen sie noch nicht gegen Einsamkeit. Für nachbarschaftliche Wohnformen gibt es reichlich Ideen und viele praktische Beispiele, bereits bekannt als Mehrgenerationenhäuser, WGs aller Art und Baugenossenschaften.

Anstöße für barrierefreies, für soziales, für betreutes Wohnen kommen aus lokaler Diakonie ebenso wie aus Kirchengemeinden - und finden dort ihren Rückhalt.

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Lobetal


Bundesteilhabegesetz

Inklusiv Arbeiten

Selbstverantwortung, Selbstbewusstsein, Selbstbestimmung – das möchte „Peer Counseling“ erreichen. Menschen mit Behinderung beraten Menschen mit Behinderung, unabhängig von Dienstleistern der Rehabilitation.

Nach diesem Prinzip will das Bundesteilhabegesetz ein Netzwerk schaffen, finanziell gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Zum Start wurde im Dezember 2017 eine koordinierende Fachstelle Teilhabeberatung (FTB) eingerichtet.

Für jeden von uns ist es sinnvoll, Erfahrungen auszutauschen und bewusst Perspektiven zu wechseln. Fremden Menschen zuzuhören, sie durch Stadtviertel oder Landgemeinden zu begleiten, ihre recht unterschiedlichen sozialen Biographien nachzuvollziehen, hilft „Barrieren“ zu entdecken, die den Alltag und ein ganzes Leben erschweren. Gelingt dies, profitieren davon alle Bewohner.

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