Foto: Pfarramt Seyda

 

Neuerscheinung Frühjahr 2020

Kirche im Quartier: Die Praxis

Ein Handbuch
für sozialraumorientierte Projekte von Kirchengemeinden
mit Zeichnungen von Sisam Ben
 
herausgegeben von Prof. Dr. Gerhard Wegner
unterstützt von Senior Consulting Service Diakonie und Verka VK Kirchliche Vorsorge
 
Evangelische Verlagsanstalt Leipzig
April bis Juni 2020
Paperback, 360 Seiten, 38 €, auch als E-Book

 

 

Es wird wieder mehr über sozialräumliche Arbeit in Deutschland diskutiert. Dies gilt gleichermaßen für Kommunalpolitik, Kirchengemeinden und diakonische Dienste. Nicht allein der einzelne Fall soll eine konkrete Unterstützungsleistung formatieren, sondern darüber hinaus das Feld.

Vom Fall zum Feld sozialer Arbeit

Verschiedene Gruppen und Problemlagen geraten so stärker in den Blick: ältere Menschen (Caring Communities), Nachbarn jeden Alters (Mehrgenerationenprojekte), Menschen mit Behinderungen (Dezentrale Versorgung, Inklusion, Tagesangebote), Migranten und Flüchtlinge (Integration), Kinder und Jugendliche (Kinderkrippe, Kindergarten, Hort, Jugendwohngemeinschaften), arme Menschen (Tafeln, Treffpunkte).

Es geht um den Sozialraum als Ganzes, um Teilhabe (Stadtteil- oder Dorfmanagement, „Kümmerer“) ebenso wie um soziale Ökonomie (Dorfläden, Soziale Kaufhäuser).

Teilhabe durch Bürgerengagement

Die Vielfalt möglicher Aktivitäten eröffnet der Zivilgesellschaft ein sehr spannendes und zudem hochdynamisches Engagement. Entsprechend werden  Kooperationen zwischen Bürgerinnen und Bürgern, klassischen Akteuren (Kirchengemeinden, Sportvereinen, DRK u.a.) und sozialen Unternehmen (Diakonie und andere Sozialverbände) organisiert.

Das muss eingeübt werden. Soziale Unternehmen agieren anders als gemeinnützige Vereine, Ehrenamtliche anders als Hauptamtliche. Weil sich Interessen unterscheiden, bleiben Differenzen und Spannungen nicht aus.

Zusammenspiel der Projekte

Ressourcen aller Art wollen erschlossen und gepflegt werden. Essentiell ist das Zusammenspiel mit kommunalen Stellen. Oft hängt alles an nur wenigen Personen, die gleichermaßen die Rollen von Sozialaktivisten und Sozialunternehmern ausfüllen.

Engagierte verbessern die soziale und kulturelle Lebensqualität sowohl für sich als auch für den Sozialraum insgesamt – durch Beratungs- und Anlaufstellen, betreutes Wohnen, selbstorganisierte Aktivitäten, Erhalt der Infrastruktur im Stadtquartier wie im ländlichen Raum, Umwidmung von Kirchgebäuden und Gemeindehäusern.

Sie verknüpfen ihre Projekte miteinander auf Stadteilforen, an Runden Tischen oder mittels digitaler Netzwerke, zuweilen moderiert von Stadtteilmanagern.

Kirche und Diakonie als kommunale Akteure

Kirchen, Caritas und Diakonie sind prominente Akteure in Kommunen – vom Gemeindeleben über den Kindergarten bis zur Sozialstation. Sie wollen nicht nur präsent bleiben, sondern an der Entwicklung des Sozialraums teilnehmen, oftmals den Neuaufbruch gemeinsam mit anderen Initiativen anstoßen.

Ihre Projekte werden durch gut ausgestattete Förderprogramme auf Landes- und Bundesebene unterstützt. So finanzierte die Initiative „Kirche findet Stadt“ im Rahmen des Bundesprojektes „Soziale Stadt“ eine große Zahl von Modellvorhaben.

Erfahrungsaustausch über die Praxis im Sozialraum

Was es nun braucht, sind vielfältige, niedrigschwellige Beratungsangebote – wie sie zu den Leistungen des Senior Consulting Service Diakonie gehören.

Anfang April 2020 laden EKD und Diakonie zum Erfahrungsaustausch nach Hamburg ein, zum Kongress „Wir&Hier – Gemeinsam Lebensräume gestalten“. Passend dazu stellen SCS-Diakonie, Verka und EVA ein Handbuch vor:  

„Kirche im Quartier: Die Praxis“

Es enthält ermutigende Beispiele und Abhandlungen zu Sozialstrukturanalysen, Quartiersmanagement, Netzwerke und Kooperationen, Aktivieren von Bürgern und Kirchengemeinden, Ehrenamtlichkeit und Professionalität, Projektorganisation, Leistungen des Sozialgesetzbuches, Fundraising und Förderlandschaft.

 

 

Prof. Gerhard Wegner 2019

Prof. Dr. Gerhard Wegner, Herausgeber

war von 2004 bis 2019 Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD in Hannover.

Derzeit gehört er dem Kuratorium der Stiftung Sozialer Protestantismus und dem Beirat von Denkwerk Demokratie an, ist ständiger Gast der Kammer der EKD für soziale Ordnung und außerplanmäßiger Professor für Praktische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Marburg.

Gerhard.Wegner@si-ekd.de